Interview Lukas Ofner-Ressler

Lukas Ofner-Ressler - Seniorpartner Consiglieria GmbH

Lukas Ofner-Ressler

Lukas, wann warst du das letzte Mal im Freien?


Ha! Guter Einstieg! Ich komme gerade von draußen, da halte ich mich am liebsten auf. Gottseidank wohnen wir ja am Land, da kann ich von zuhause auf die Berge starten. Und mein liebster Bürotag ist sowieso mit Laptop im Freien…

 

Wie kommt es, dass Du aus der Montanistik auf die Coachingschiene gewechselt hast?


Ich hatte bereits im ersten Semester an der Montanuni das Gefühl, irgendwie nicht dorthin zu passen. Doch letztlich musste ich noch das Studium beenden und 5 Jahre als Geologe im Berg- und Tunnelbau arbeiten, um mir selbst eingestehen zu können, dass mir die Arbeit mit Menschen und Organisationen viel mehr Spaß macht, als die Arbeit mit Steinen. Ich möchte die Erfahrungen aus der Zeit aber nicht missen – ich sehe sie heute sogar als Vorteil an.

 

Als Vorteil? Wie das?


Nun ja, ich kann mit Fug und Recht behaupten, sowohl die naturwissenschaftlich-technische Welt als auch die psychologisch-geisteswissenschaftliche Welt intus zu haben. Das hilft mir recht pragmatisch und technisch an Dinge heranzugehen und zugleich empathisch und wertschätzend mit Menschen umzugehen. Auch das Detektivisch-Tüftlerische, das ich mir als Geologe aneignete, hilft mir heute bei meiner analytischen Herangehensweise.

 

Psychologisch-geisteswissenschaftliche Welt klingt schon arg…
Wieso denn?

Ich philosophiere wahnsinnig gern und obendrein stehe ich ja mitten in der Ausbildung zum Psychotherapeuten.

 

Mit wem würdest Du gerne mal eine Nacht lang philosophieren?

Mit Bud Spencer und Terence Hill, den Idolen meiner Jugend; Heinz von Förster, dem größten aller Skeptiker; und mit unserer Katze – ich würde gerne wissen, wie sie die Welt sieht und vor allem, was sie sieht, wenn sie so unheimlich ins Nichts blickt…

 

Psychotherapie und Coaching – schließt sich das nicht irgendwie aus?


Nein, überhaupt nicht! Die meisten Coaches arbeiten mit therapeutischen Methoden. Meine Therapierichtung ist übrigens jene der Gruppendynamik – da bin ich ganz dicht an meinen Lieblingsthemen wie z.B. der Organisationsentwicklung dran.

 

Was sind denn Deine anderen Lieblingsthemen?

Neben der Organisationsentwicklung, Führung und Team zieht es mich in jede Richtung, wo es um Beziehungsgestaltung, Rollenverständnis, Entscheidungsfindung, Verantwortung tragen, Energie zum fließen bringen… geht.

 

Energie zum Fließen bringen…?


Für Leistung brauchst du eine ganze Menge Energie – hast du zu wenig oder gibt’s irgendwo Reibungsverluste, sinkt auch deine Leistung. Schaffst du es, Hindernisse und Blockaden aus dem Weg zu räumen, dann hast du Energie frei für Entwicklung, Veränderung, Leistung…

 

Und wie machst Du das?

Ich hab da einen recht integrativen Ansatz, bei dem ich je nach angestrebter Lösung unterschiedlichste Methoden anwende. Neben der Gruppendynamik und systemischen Ansätzen wende ich auch extrem gerne körperorientierte und Outdoor-Methoden an – die müssen aber zum Ziel des Projektes passen.

 

Gibt es Branchen, auf die Du Dich spezialisiert hast?

Nein, auch wenn mein montanistischer Background schon eine gewisse Nähe zur Industrie suggeriert. Neben Projekten in Industriebetrieben arbeitete ich gleichermaßen schon mit Banken, Telekomunternehmen, Krankenanstalten, Bildungsinstituten, Reiseveranstaltern, NPOs aus dem Sozialbereich… sogar einen Gastronomiebetrieb begleitete ich einige Zeit.

 

Was schätzen Deine Kunden und Coachees an Dir?


Da müsstest Du sie eigentlich selbst fragen… Rückgemeldet werden mir öfters meine pragmatische Art an Probleme heranzugehen; meine Verschwiegenheit und mein Einfühlungsvermögen; mein Gespür für die versteckten Dinge, um die es eigentlich geht; mein Humor, meine ruhige Ausstrahlung und die Fähigkeit, vernetzt zu denken sowie meine fachliche Professionalität…

 

Woran erkennst du, dass du einen guten Job machst?

Hm, wahrscheinlich daran dass ich mich als Coach, Berater oder Trainer für den Kunden letztlich überflüssig mache und meine Dienste nicht mehr gebraucht werden – dann hat die Erfüllung des Auftrags ideal funktioniert!

 

Du hast vorher von Energie gesprochen. Wo lädst Du Deine Batterien auf?


Zum einen achte ich sehr auf meine Psychohygiene, das heißt ich gehe regelmäßig in Supervision, um den Kopf und meine Projekte auf professionelle Weise klar zu halten. Und dann betreibe ich sehr viel Sport, vor allem im Freien und am Berg. Am besten funktioniert das, wenn meine Frau dabei ist. Auch auf Reisen, beim Lesen und beim Garteln kann ich gut meine Speicher füllen.

 

Auf was bist Du besonders stolz?


Ich denke einerseits darauf, dass ich trotz vieler Zweifel den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt habe und seither schon so viele Jahre als Coach, Berater und Trainer erfolgreich bin. Und andererseits darauf, dass ich genau das Leben, das ich mir immer vorgestellt habe, führen darf und das seit vielen Jahren in einer erfüllenden Beziehung mit meiner Traumfrau! Das macht mich ziemlich glücklich und ebenso stolz.

 

Welche Träume willst Du noch unbedingt realisieren?


Ui, einige! Zum Beispiel mit dem Wohnmobil ans Nordkap fahren. Island durchqueren, Grönland besuchen, noch ein Buch oder sogar mehrere schreiben. Meinem Nachwuchs die Welt zeigen. Auf einen aktiven Vulkan steigen…. Ich denke, das wird sich alles ausgehen!