WOZU das Alles – es ist immer eine Frage der Haltung!

WOZU das Alles – es ist immer eine Frage der Haltung!

WOZU das Alles – es ist immer eine Frage der Haltung!

Als Trainer und Coaches tragen wir eine riesen Portion Idealismus in uns. Es ist immer unser Ziel, Menschen zu begleiten, das eigene Verhalten (weiter) zu entwickeln und zu reflektieren, um im Job erfolgreich zu sein. Das ist unser Auftrag! Doch um dieses Ziel zu erreichen reicht es nicht, bloß an den Kompetenzen zu arbeiten, denn es ist immer eine Frage der Haltung der Menschen, mit denen wir arbeiten, es in sich selbst zu entdecken.

Seminare, Trainings und Workshops sind unser täglich Brot. In unzähligen Moderationen begleiten wir jedes Jahr tausende Menschen dabei, das eigene Verhalten und Handeln im Job zu entwickeln, weiter zu entwickeln und zu reflektieren. Dabei geht es nicht bloß nur um die Befähigung, die richtigen Handlungen zu setzen und die fachliche, soziale und auch methodische Kompetenz zu stärken – das alles ist für nachhaltiges Lernen erst die „zweite Wahrheit“.

Warum oder doch Wozu – eine „Wortklauberei“

Der Duden misst dem Wort WARUM die Bedeutung „aus welchem Grund; weshalb?“ zu, das Wort WOZU bedeutet gemäß dem Duden „Übereinstimmung, Einigkeit in Bezug auf etwas, wozu jemand anderes die gleiche Einstellung hat“.

Und genau aus diesem Grund ist für mich das Wort WOZU auch wesentlich wichtiger als das WARUM und eines meiner Lieblingswörter geworden. Ich persönlich interpretiere den Unterschied in der Bedeutung dahingehend, dass das „Wozu“ gewissermaßen gemeinsam ausdiskutiert und verhandelt werden muss, um sich einig zu werden. Übrigens, das Aushandeln muss nicht zwangsläufig zu zweit passieren, denn wir handeln mit uns selbst permanent Entscheidungen aus. Und das ist auch immer ein Ziel in unseren Verkaufstrainings – um die eigene methodische Kompetenz weiterzuentwickeln ist es für uns als Trainer wichtig, mit den Teilnehmenden in unseren Seminaren eben dieses WOZU auszuhandeln. Und das hat einen aus meiner Sicht extrem wichtigen Hintergrund.

Max, der Bäckerlehrling

Max ist 15 und hat vor Kurzem eine Bäckerlehre begonnen. Sein Chef, Bäckermeister Müller und seit Jahrzehnten voller Leidenschaft für sein Brot und Gebäck, hat ihm bereits die Rührmaschine, den Ofen und die anderen Geräte gezeigt. Nun erklärt er ihm die besondere Rezeptur des Sauerteigs. Max hört zu und beobachtet, wie der Chef die Zutaten abwiegt, den Teig zubereitet, die Laibe formt und schließlich in den Backofen schiebt. Nach einiger Zeit darf er selbst ran. Genau nach Rezept versucht er, die Handgriffe von Bäckermeister Müller nachzumachen. Doch der Versuch misslingt. Auch der zweite. „Ist nicht so schlimm“, sagt der Chef und beginnt mit seinen Erklärungen von vorn. Max seufzt. Das weiß er doch schon!

Am nächsten Arbeitstag sagt er „So wird das nichts. Irgendetwas machst du falsch. Komm, ich zeige es dir noch einmal. Du musst eben besser zusehen.“ Verbissen versucht er es wieder und wieder, doch entweder ist das Brot flach wie Flunder, hart wie Stein oder schwarz wie Kohle. Er fühlt sich von seinem Ziel, Bäcker zu werden, so weit entfernt wie geografisch der Zuckerhut von der Sachertorte.

„Das gibt es doch nicht!“, ruft händeringend der Bäckermeister. „Wie um alles in der Welt bist du auf die Idee gekommen, ausgerechnet Bäcker werden zu wollen?“ Max zuckt mit den Schultern. Das weiß er ganz genau, es war sein Vater, der ihm die Lehrstelle organisiert hat, nachdem sein Wunsch, Mechaniker zu werden, mangels passender Lehrstelle in der Nähe nicht erfüllt werden konnte. Aber das kann er seinem Chef doch nicht sagen!

Wie das WOZU unser Verhalten beeinflusst

Um im Job die richtigen Handlungen zu setzen, brauchen wir das passende Umfeld, Kunden die wir betreuen, eine Verkaufsfläche, ein Büro, IT-Systeme, Produkte, Verkaufshilfen wie Folder und Prospekte, etc.

Meistens steht uns dieses Umfeld zur Verfügung das es uns ermöglicht, bestimmte Handlungen zu setzen. Ohne Arbeitgeber, ohne Unternehmen, ohne Kunden, Computer oder Informationen könnten Sie nicht handeln. Um diese Handlungen auch erfolgsversprechend zu setzen, benötigen wir die entsprechenden Kompetenzen. Zum einen die fachliche Kompetenz – wir müssen unsere Produkte und den Markt kennen – und zum anderen die Methodenkompetenz – wir müssen z.B. im Verkauf Kundengespräche und Verhandlungen führen können oder das Prozedere einer Kundenreklamation verstehen. Diese beiden Kompetenzen nennen wir Fertigkeiten, denn diese können sich Menschen durch Seminaren und Trainings aneignen, es in Büchern nachlesen und mit Profis sprechen.

Darüber hinaus brauche ich, abhängig von meinem Job, auch unterschiedliche soziale Kompetenzen. Wenn ich beispielsweise täglich mit Kunden interagiere, muss ein Interesse an meinem vis-a-vis gegeben sein. Diese Kompetenz, man nennt sie auch soziale Fähigkeiten, sollten Menschen, mit denen wir als Trainer arbeiten, idealerweise bereits in ihren persönlichen Rucksack gepackt haben, denn sich diese anzueignen oder sogar anzulernen braucht viel Kraft und Ausdauer.

Doch jetzt komme ich zum Kern, so zusagen zur Spitze der Pyramide:

Wie ich mein Umfeld wahrnehme, meine Handlungen setze, bereit bin mir Fertigkeiten anzueignen, sprich mein tägliches Verhalten im Job anlege, resultiert aus meiner Haltung – der Antwort auf die tägliche Frage: „WOZU?“ So beeinflusst meine Haltung all das, was der Haltung sozusagen „zu Grunde liegt“, und dieses WOZU ist durch jeden selbst (mit)beeinflussbar …

WOZU schreibe ich Ihnen das, was möchte ich damit zum Ausdruck bringen…

Was soll Ihrer Meinung nach der Chef von Max tun?

  • Ihm nochmals das Rezept, die Maschinen und die Zutaten erklären (Umfeld)
  • Ihm nochmals die Zubereitung des Sauerteigs zeigen, mit ihm gemeinsam den Ofen bedienen? (Handlungen)
  • Ihm nochmals beibringen, was bei zu großer Hitze oder zu wenig Zeit mit dem Teig passiert? (Fachkompetenz)

 

Aus meiner Sicht wird alles nicht zum Ziel führen. Der wichtigste Punkt ist es meiner Meinung nach, mit Max zu sprechen, WOZU er diesen Beruf erlernen soll bzw. will, wie sehr dieser Job mit seinen Werten und Leidenschaften in Kombination steht und was er als Bäcker erreichen möchte. Und daraus resultieren zwei Lösungswege: Entweder entwickelt Max die notwendige eigene, innere Haltung für den Beruf oder die beiden erkennen, dass nachhaltig diese Zusammenarbeit nicht von Erfolg gekrönt sein wird und doch lieber eine Karriere als Mechaniker anstrebt – auch diese Lösung ist eine gute Lösung!

Das ist der Grund, wozu wir in unseren Interventionen, seien es Seminare, Trainings, Workshops und natürlich in Coachings, immer versuchen, auch an der notwendigen Haltung zum jeweiligen Thema zu arbeiten und sozusagen in der top-down-Variante unsere Ziele zu erreichen:

  1. Haltung: das WOZU zum Thema ausdiskutieren und verhandeln
  2. Kompetenzen: vermitteln, welche sozialen Fähigkeiten für die erfolgreiche Umsetzung des Themas notwendig sind und hilfreiche methodische Fertigkeiten lehren und erlernen
  3. Handlungen: wie und mit welcher Frequenz welche Handlungen erfolgsversprechend sind und diese gemeinsam üben und reflektieren
  4. Umfeld: immer in Einbeziehung des zur Verfügung stehenden Umfelds des Arbeitgebers

 

Es braucht mehr als nur ein „Schluckimpfungs-Training“

Daher abschließend meine Botschaft an alle Personalentwickler, die diesen Blog-Beitrag gerade lesen. Das ist der Grund, weshalb … nein … WOZU wir Ihnen manchmal auf den ersten Blick zu umfangreiche Konzepte schneidern, WOZU wir nicht nur ein Training mit Ihren Mitarbeitern moderieren wollen, sondern Lehrgänge oder zumindest Intervall-Trainings anbieten.

Und ja, es gibt sie immer noch. Führungskräfte, die der Überzeugung sind, dass sie ihre Mitarbeiter zu einem Thema einmal für 2 Tage zu einem Seminar schicken, wo es ein Profi doch schaffen muss, das Verhalten eines Menschen nachhaltig verändern zu können. Doch wie ich hoffentlich in diesem kurzen Beitrag spürbar machen konnte, sind solche „Schluckimpfungs-Trainings“ old-school und für die Mitarbeiter ziemlich wirkungslos.

Also, denken wir immer an das WOZU, wenn Sie nachdenken …

  • was Sie in der Rolle als Mitarbeiter in Ihrem Job wirklich (weiter)entwickeln wollen
  • was Sie in der Rolle als Führungskraft Ihre Aufgabe ist
  • was Sie in der Rolle als Personalentwickler gemeinsam mit uns umsetzen können

… um künftig noch erfolgreicher zu sein.

Gernot Krickl
gernot.krickl@consiglieria.com
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