Machen Outdoor-Trainings Sinn?

Machen Outdoortrainings Sinn?

Machen Outdoor-Trainings Sinn?

Outdoor-Trainings sind toll: man hängt mit dem Team in den Seilen, segelt durchs Mittelmeer oder bezwingt das Matterhorn. Die Firma investiert viel Geld, man erlebt ein gemeinsames Abenteuer – und doch stellt man sich im Nachhinein oft die Frage, ob man nun wirklich ein besseres Team, eine kompetentere Führungskraft oder eine beweglichere Organisation geworden ist.

Was muss gegeben sein, damit der Einsatz von Outdoor-Aktivitäten Sinn macht und eine nachhaltige Entwicklung im beruflichen Kontext ermöglicht?

Als Team gemeinsam Herausforderungen bewältigen, Abenteuer erleben und gestärkt voll mit neuen Ideen für den beruflichen Erfolg in die Firma zurückkehren – so oder so ähnlich mögen Bilder aussehen, die man zu Outdoor-Teamtrainings vor dem inneren Auge hat.

Doch macht der Einsatz von Abenteueraktionen und Outdoor-Elementen in der Team-, Personal- und Organisationsentwicklung wirklich Sinn?

Um diese Frage zu beantworten, muss man sich vor Augen führen, wie Outdoor-Elemente bei unterschiedlichen Anbietern – je nach methodischem und/oder theoretischem Ansatz – eingesetzt werden.

Outdoor ≠ Outdoor

  • Ein weit verbreiteter Ansatz ist, dass Outdoor-Aktivitäten als reiner Selbstzweck verstanden werden: Die subjektiv risikoreiche und abenteuerliche Aktivität selbst, wie z.B. Klettern, Raften, Seilgartenbegehungen, Skitouren…, steht im Mittelpunkt. Die Aktion soll z.B. den Teamgeist oder individuelle Fähigkeiten stärken und wird auch meist so beworben. Diese Ziele werden aber methodisch nicht weiter unterstützt oder bearbeitet, was die Wirkung der Aktivität natürlich absolut unkontrollierbar macht (z.B. Ein Mitarbeiter mit Höhenangst, der im Hochseilgarten von seinen Kollegen durch Gruppendruck zum Sprung vom 20 Meter Masten überredet wird und eine Traumatisierung erlebt, die er vor den Kollegen vertuschen muss).
  • Ein anderer Zugang ist, dass Outdoor – also die Natur, der Berg, das Meer… – von selbst wirkt. Gemeinsam durchgestandene Gefahren sollen verbinden und so die Teambildung unterstützen. Eine Reflexion des Erlebten oder gar ein Transfer von Erkenntnissen in den beruflichen Alltag findet nicht statt. Vieles bleibt offen und unausgesprochen. Es gilt ähnliches wie im Beispiel zuvor: die Wirkungen der Aktivitäten bleiben unkontrollierbar und eine Bearbeitung bleibt meist dem Individuum selbst überlassen.
  • Als letzter Zugang bleibt jener, der Outdoor – Elemente als Hilfsmittel sieht, um zielgerichtet eine qualifizierte Auseinandersetzung mit klar definierten Themen zu ermöglichen. Hier steht nicht die Methode im Mittelpunkt sondern die Beschäftigung mit dem klar definierten Thema.

 

Die weite Welt da draußen – Outdoor für unterschiedliche Bereiche

Alle angeführten Ansätze haben natürlich ihre Berechtigung. Wenn ich mein Team für eine gute Performance belohnen möchte, so kann natürlich ein gemeinsamer Ausflug zum Raften, in die Berge oder in einen Hochseilgarten – am besten kombiniert mit einem feinen Abendessen – ein gelungenes Incentive sein und auch ein gutes Gruppengefühl erzeugen (im Sinne von: „Wir sind toll, unsere Firma ist toll, das Leben ist schön!“). Gemeinsames Bearbeiten der optimalen Kommunikationswege wird in diesem Fall eher fehl am Platz oder sogar als störend erlebt werden. Die Selbstwirksamkeit der Natur („The Mountains speak by themselves“) wiederum findet vor allem in der erlebnisorientierten Freizeitarbeit mit Jugendlichen ein passendes Anwendungsfeld. Auch die positive Wirkung von Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, Walken, Joggen o.ä. auf die Psyche des Menschen (Stichwort: dem Stress davon wandern) soll hier nicht unerwähnt bleiben. Erlebnispädagogische Ansätze gehen heute tendenziell auch in die Richtung einer qualitativen Bearbeitung des Erlebnisses, was die pädagogisch-psychologische Wirksamkeit deutlich erhöht.

Outdoor als Methode in der Team-, Personal- und Organisationsentwicklung

Aus unserer Sicht muss der Einsatz von Outdoor-Elementen in der Team-, Personal- und Organisationsentwicklung, wie im dritten Ansatz beschrieben, zwingend an die klare Definition von transparenten Zielen und Themen sowie an die reflexive Beschäftigung mit dem Erlebten gekoppelt sein. Das wiederum macht die Begleitung durch hochqualifizierte Coaches und Trainerinnen mit nachvollziehbaren und überprüfbaren Konzepten notwendig. Dass diese auch die notwendigen fachlichen Qualifikationen für die jeweilige Outdoor-Aktivität mitbringen müssen, scheint hinsichtlich Sicherheitsfragen logisch, ist aber nicht selbstverständlich.

Nur durch die Kombination von psychologisch-pädagogischer Qualifikation als Coach oder Trainer mit der fachlichen Kompetenz als Outdoor-Trainer kann ein nachhaltiger Nutzen für die betriebliche Umsetzung und Entwicklung gewonnen werden.

Outdoor-Trainings machen also durchaus Sinn – wenn bereits im Vorfeld der Zweck der Aktion bewusst überlegt wird und das passende Angebot in der notwendigen Qualität ausgewählt werden kann.

Sie wissen ja, an wen sie sich wenden können, wenn sie bei der Planung ihres Outdoor-Projektes Unterstützung wünschen.

Lukas Ofner-Ressler
lukas.ofner-ressler@consiglieria.com
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