Coaching bedeutet Perspektivenwechsel – und manchmal auch die Rolle: vom Auftraggeber zum Auftragnehmer

Coaching bedeutet Perspektivenwechsel

Coaching bedeutet Perspektivenwechsel – und manchmal auch die Rolle: vom Auftraggeber zum Auftragnehmer

Wie das Leben so spielt… nachdem ich selbst einige Coachings in Anspruch nahm, war für mich klar: ich brauche eine berufliche Veränderung! Wie es in Coachings so üblich ist, habe ich einen Perspektivenwechsel eingenommen und die Idee geboren, dass ich dies nun auch beruflich umsetzen möchte. Veränderung musste sein, jedoch meiner Personal- und Organisationsentwicklung wollte ich treu bleiben. Also probiere ich aus wie es so ist auf der anderen Seite des Meetingtisches als Auftragnehmer zu sitzen und welche Vorteile dies für unsere Kunden hat.

Ich war viele Jahre lang Personalentwicklerin und eine meiner Aufgaben war es auch externe Trainer und Berater für diverse Projekte zu beauftragen. In diesen Jahren habe ich immer wieder die Erfahrung gemacht, dass es selbstverständlich auf die Fach- und Methodenkompetenz des Trainers drauf ankommt, viel erfolgsversprechender jedoch Faktoren wie die Persönlichkeit und das „Fitting“ mit der eigenen Unternehmenskultur sind.

Als interner HR-Verantwortlicher trägt man schlussendlich ein Risiko welcher externe Partner beauftragt wird und somit hängt der eigene Erfolg davon ab. Man wird intern daran gemessen wie das Projekt/Konzept, die Veranstaltung, Workshop, Training war und welche Methoden, Settings, Atmosphäre und Ergebnisse erzielt wurden. Dies ist am Anfang einer Partnerschaft recht schwierig einzuschätzen und basiert somit auf Vertrauen und das Bauchgefühl. Daher ist es immer ratsam nach einem „Kennenlerngespräch“ und gegenseitigen beschnuppern eine kleine Maßnahme bzw. Initiative als Probelauf zu beauftragen (z.B. eine 2 tägige Teamentwicklung, Moderation, Workshop). Nachdem eine unverfängliche Affäre miteinander eingegangen wurde, kann sich die Zusammenarbeit zu einer ernst zu nehmenden und langjährigen Partnerschaft entwickeln. Dieser Partnerschaft beruht auf gemeinsame Erfolge und Projekte sowie Vertrauen.

Ebenso wichtig wie Professionalität und Vertrauen sind aber auch Werte wie Flexibilität und kreative Ideen bzw. Impulse. Als interner HR-Verantwortlicher hat man einerseits seine Jahresplanungen zu verantworten, andererseits muss man auch kurzfristig Projekte organisieren, sodass ein guter, verlässlicher und flexibler Sparringpartner Gold wert ist. Wie schön war es denn, dass man eine Hand voll Trainer/Berater im Kopf hatte, die je nach Fachgebiet sofort mit Rat, innovativen Konzepten und professioneller Durchführung zur Seite standen. Und dies erwähne ich deshalb, da dies aus meiner Erfahrung nicht selbstverständlich ist. Vor allem mit renommierten, großen Unternehmensberatungen vermisste ich oft die individuelle, unkonventionelle und schnelle Lösungsfindung. Vielmehr fühlte ich mich persönlich, der Unternehmenskultur entsprechend und sehr rasch und unkompliziert mit den Selbstständigen bzw. kleinen Trainings- und Beratungsunternehmen sehr gut unterstützt. Keine 0-8-15 Lösungen, keine standardisierten Fragebögen, keine Vergleiche mit vielen anderen Unternehmen. Viel mehr hat mir immer eine offene, kompetente und erfahrene Person geholfen, die gut zugehört hat, die richtigen Fragen gestellt hat und innerhalb weniger Tage ein ganz konkretes Angebot bzw. Konzept vorgelegt hat, das auf das Unternehmen zugeschnitten war und praktikabel umsetzbar.

Und das Kennen beider Seiten, die des Auftraggebers und des -nehmers, bedeutet für meine derzeitigen Kunden auch viele Vorteile. Ich verstehe sie besser, da ich selbst in der Situation war, dass eine bestimmte Entscheidungspolitik im Unternehmen vorherrscht, Projekte pragmatisch und dem Budget, Ressourcen und Kultur angepasst, sowie die richtigen und wichtigen Personen zeitgerecht involviert werden müssen.

Julia Höfer
julia.hoefer@consiglieria.com
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